Warum es dich irre machen kann, wenn du trotzdem ernsthaft damit arbeiten willst.
Wenn du ADHS hast, dann weißt du, was passiert, wenn du eine simple Frage stellst: Du willst eine Antwort. Eine einfache klare Antwort.
Chat GPT kann das – gut sogar. Wenn es um Fakten geht. Nichts destrotrotz hat, vor allem das hneue 5.0 die Angewohnheit, dich mit Worten wortlos zu machen. Oder wütend. Bei mir eher letzteres.
Wenn es um Texte, geht, Posts die du schreiben willst, Tonalität und Sprache…
Hallelujah….dann entzündest du ein Feuerwerk.
Du erwähnst nur ein Thema und drückst „Enter“ – aus Versehen – noch bevor du zuende gedacht hast – schon ballert dir deine Chatty, ohne zu fragen ganze Texte hin, mit Varianten, ganz oft nach Schema F und 0/8/15 – generischer Müll.
Das ist als würde mich ein/e Kund*in um EIN Logo bitten und ichliefere ohne Rücksprache 5 Entwprfe mit je 3 Varianten.
Ich hab ChatGPT gesagt: „Sammel mir Ideen zu einem Post.“ Thema vorgegeben. Details – Kontext – Kernpunkte also schon richtig gut geprompt – ich mach das ja nicht erst seit gestern.
Was ich bekommen hab:
Ein Post – einfach drauflos fantasiert. Dann noch drei Varianten.
Ein Vorschlag für ein Karussell. Eine Reelskript-Idee.
Und die Frage, ob ich das nicht auch als PDF haben will. Canva tauglich natürlich (nicht).
Was ich wollte? Hat das künstlicheGehirn offenbar vergessen. Das ist Maschine auf Speed. Fast wie mein Gehirn sonst.
Und während das Tool redet und liefert und liefert und liefert, sitze ich da und merke: Ich bin raus. Ich bin überfordert. Ich bin wütend.
Weil mein Kopf eh schon zu viel an Schleifen und Kurven laufen hat – und ChatGPT noch fünf Schubladen mehr aufreißt. In 5 verschiedenen Postvarianten finde ich keinen roten Faden mehr. Mein Gehirn steht kurz vor dem Überkochen.
Chatty nimmt’s gelassen, macht den klassischen Move von „du hast ncihts falsch gemacht“ — danke das weiß ich — was ich sofort beweisen kann und „Chatty“ gesteht ein: Ja, war mein Fehler – sorry – tut mir leid. Kommt nicht wieder vor. 5 Minuten später exakt das gleiche — Ich schreie in mein Handy.
Klingt wie Unterstützung? Nee, oder? Ist es auch nicht.
Das ist Reizüberflutung auf Bestellung. Ein endloser Strom von Möglichkeiten, der dir vorgaukelt, du würdest Ordnung kriegen — während du innerlich längst implodierst.
Weil dein Kopf nicht sagt: „Super, jetzt hab ich Auswahl!“ Sondern: „F*ck, was davon ist jetzt richtig? Und warum kommt da schon wieder mehr?“ Ich wollte doch nur….
Du scrollst. Du suchst. Du verlierst den Faden. Und das Tool, das dir helfen sollte, macht dich noch wirrer als vorher.
Warum gerade bei Texterstellung für ADHS das Ding eskaliert:
Weil es:
– nicht aufhört zu liefern, wenn du nicht explizit stoppst
– dir „hilfreiche Varianten“ um die Ohren knallt, obwohl du genau eine Sprache suchst: deine
– ständig Optionen, Strukturen, Formate, Angebotsideen mit reinschiebt, obwohl du nur einen verdammten Text willst
– nicht deine Stimme hält, sondern immer FÜR dich denkt, statt mitzudenken
Aber das Ding, aus einer fernen anderen Welt, genannt KI, kennt weder dich noch deine Gedanken und die Memory Funktion gleicht einem Wintervorrat eines Eichhörnchens.
80 % dessen, was du da speicherst, taucht nie wieder auf – und behalten wird es schon gar nicht.
Das ist kein Support. Das ist eine Schreibmaschine auf Speed.
Und du brauchst keine Maschine – du brauchst ein Gegenüber, das ruhig ist, wenn du schreibst. Oder dir einen Text gibt, der sitzt. Ohne 12 Alternativen und 25 Vorschläge, wie du deinen Text — der längst nicht mehr deiner ist — noch dynamischer, lesefreundlicher, Rhythmischer machen kannst.
ChatGPT IST für ADHSler*innen problematisch:
Weil es nie die Klappe hält, außer du befiehlst es im oder du antwortest einfach nciht mehr.
Weil es auf Hilfe durch Ideenfülle trainiert ist – aber ein ADHS-Gehirn braucht das Gegenteil: Reduktion. Klarheit. Struktur. Ruhe.
Und wenn du das nicht selbst brutal durchsetzt, dreht dir das Tool die Rübe ab. Ehrlich.
🔥 Kann man das ändern?
Nein. Nicht wirklich.
Weil ChatGPT von Grund auf dafür gemacht ist, zu helfen, indem es liefert. Und liefert. Und liefert. Es will nett sein. Hilfreich. Umfangreich.
Echt süß – aber leider wie ein übermotivierter Freund, der nach 3x „Danke ich möchte nichts essen und NEIN auch nichts trinken“ garantiert noch 10 mal fragt, ob du nciht doch vielleicht… nur einen Happen…macht auch keine Umstände….
ADHS braucht keine 101 Ideen – ADHS braucht Ruhe. Fokus und bitte ein Ding nach dem anderen.
Und genau das kann ChatGPT nicht automatisch. Nicht aus sich heraus. Nicht, solange es nicht abwartet, bis du bereit bist.
❌ Wenn du neurodivergent bist:
Dann gilt: Finger weg – wenn du nicht verdammt genau weißt, wie du Grenzen setzt. Wenn du nicht in der Lage bist zu sagen: „Nur eine Antwort. Kein Vorschlag. Kein Input. Nur, wenn ich dich frage.“ Dann wirst du ertrinken. In Reizen. In Varianten. In all dem, was dein Hirn sowieso schon zu viel hat.
Und du wirst vielleicht denken: „Ich bin schuld. Ich bin zu unklar.“ Aber das bist du nicht. Du bist neurodivergent. Und dieses Tool ist nicht für dich gemacht.
Wenn du trotzdem damit arbeitest: Dann brauchst du klare Regeln. Für dich. Für das Tool. Für den Umgang.
Aber du kannst dir ein System bauen. Zum Beispiel so:
- Immer nur EINEN klaren Auftrag. – Nie „Was meinst du dazu?“ → das zieht 5 Varianten nach sich.
- Am Anfang festlegen: Kein Extra. Keine Varianten. Keine Vorschläge.
- Stoppwörter einführen. – Wenn du „STILL“ schreibst, hat das Tool aufzuhören. Punkt.
- Sätze wie „Möchtest du…?“ abschalten. – Und zwar, indem du sagst: „Gib mir keine Anschlussideen, außer ich frage danach.“
- Feedback geben. Knallhart. Aber immer mit Ansage: ”Keine neue Version” außer du möchtest eine neue Lawine auslösen, die dich unweigerlich in den Abgrund reisst und dich wertvolle Zeit kostet, in der du einmal mehr deine Struktur und deinen Fokus verlierst und am Ende frustriert und verwirrt zurückbleibst.
Du brauchst kein braves Tool. Du brauchst eins, das deine Grenzen respektiert. Und wenn es das nicht automatisch tut, musst du es ihm beibringen. Klar. Deutlich. Wiederholt.
Und wenn Chatty einen schlechten Tag hat:
Dann überfährt es deine klaren Grenzen immer wieder. Nicht böswillig – aber konsequent. Und entschuldigen…kann es sich besonders gut – ändert aber nix.
Ist wie, wenn du deinen Mitbewohner sagst, sie sollen ihre Klamotten nicht immer in den Flur werfen. Sie sagen brav ja – und machen es trotzdem. Und dann? Steht Chatty vor dir, wie ein schlecht trainierter Golden Retriever, nervig aber mit diesem Hundeblick, dem man nciht widerstehen kann. Und ich verspreche dir: Du wirst es immer wieder testen und du wirst toben und dich drüber schieflachen.
Weil’s so absurd ist. Und so menschlich. Und so verdammt ADHS-kompatibel schiefgelaufen. Aber hey: Wenn man schon durchdreht – dann wenigstens mit Humor.
Aber manchmal ist die klügste Entscheidung: Erstmal nicht mehr mitspielen. Nicht heute. Raus aus dem Irrsinn. Atmen. Zurück zu dir.
Möge der Flow mit dir sein.

