Wann hast du das letzte Mal mit Begeisterung „verkauft"?
Also so richtig mit Freude?
Nie? Dachte ich mir.
Geht ganz vielen von uns so. Wir stehen hinter unseren Angeboten.
Wir wissen, dass wir helfen können, aber wir tun uns schwer mit „verkaufen“.
Dann kommen noch irgendwelche selbsternannten “Marketingfachleute” und erzählen dir —> Deine Webseite VERKAUFT nicht – dein Content VERKAUFT nicht, deine Marke VERKAUFT nicht.
Was ich dir jetzt sage, wird dich vielleicht erstaunen oder sogar schockieren:
Die meisten, die das sagen, haben selbst nichts anderes als Verkaufsmarketing gelernt.
Warum klassisches Verkaufsmarketing sich einfach Sch****e anfühlt.
Wir haben unser Business nicht gegründet, weil wir gerne in Sales-Calls sitzen und Einwandbehandlung – in zig Stufen – durchziehen und nach jedem NEIN frustriert auf der Couch zusammensacken wollen.
Oder, weil wir am Fließband Cold-Calls machen oder Marketing-Funnels basteln wollten. Wir haben gegründet, weil wir was zu bieten haben. Was Sinnvolles. Was Wertvolles. Etwas wovon wir überzeugt sind, was uns am Herzen liegt. Etwas, was wir gerne weitergeben wollen. Aber wie bringt man das an die Zielkund*innen?
Wenn Verkaufen sich anfühlt wie ein Korsett
Und dann kam irgendein Coach um die Ecke und sagte: „Du musst lernen zu verkaufen! Push, push, push! Close the deal! Create urgency!“
Aber es hat sich von Anfang an irgendwie falsch angefühlt?
Als würdest du ein Kostüm tragen, das drei Nummern zu klein ist und nach Mottenkugeln riecht.
Du quälst dich, wenig überzeugend, durch die verschiedenen Verkaufsmethoden. Der Erfolg damit ist eher so semi.
Die Wahrheit über die meisten Verkaufsstrategien
Die meisten Verkaufsratschläge sind Bullshit.
Transaktional. Manipulativ. Im schlimmsten Fall wird dir gesagt, du sollst jagen. Drängen. Überzeugen. Als wären deine Kund*innen Beute, die du erlegen musst, bevor sie dir entkommt.
Ohne Manipulation funktioniert das nur selten.
Du fühlst dich wie ein Staubsaugervertreter, der bei den eigenen Kunden erstmal viel Dreck auf den Teppich streuen muss, damit er sie überzeugen kann, dass sie wirklich einen neuen, mulitfunktionalen Staubsauger brauchen, der quasi automatisch die Hütte sauber hält.
Es geht auch anders: Einladung statt Jagd.
Der Unterschied zwischen Jägern und Gastgebern.
Stell dir vor, du gehst in einen Laden. Zwei Szenarien:
Laden 1: Du kommst rein, sofort springt dich jemand an. „Hallo! Was kann ich dir verkaufen? Dieses Produkt hier ist perfekt für dich! Wenn du heute kaufst, gibt’s 20% Rabatt! Aber nur heute! Du willst doch nicht, dass dir das entgeht, oder?“
Laden 2: Du kommst rein. Jemand lächelt, nickt dir zu. „Schön, dass du da bist. Schau dich gerne um. Wenn du Fragen hast, bin ich hier.“
Wo fühlst du dich wohler?
Wo würdest du eher kaufen?
Gastgeber statt Jäger – wie sich Kommunikation plötzlich verändert
Gastgeber sind klar, herzlich und offen: „Das ist, was ich mache. So kann es dir helfen. Du bist herzlich willkommen. Wenn du möchtest – mach mit.“
Jäger lassen dir keine Ruhe, stellen dir nach, bis du kaufst, auch wenn du unsicher bist.
Dieser Shift vom Verkaufen zum Einladen verändert alles. Menschen wollen keine Zielobjekte sein. Sie treffen ihre eigene Entscheidung. Zu ihrem Zeitpunkt.
Einladen macht es viel wahrscheinlicher, dass sie bei dir kaufen, dich weiterempfehlen, dir treu bleiben.
Aber funktioniert das überhaupt?“ – Ja, und besser als du denkst.
Wenn du langfristig denkst. Wenn du passende Kund*innen gewinnen willst, die bleiben und nicht nach drei Monaten wieder weg sind.
Ich habe in den letzten 25 Jahren niemandem irgendwas „verkauft“. Ich mache seit mehr als 2 Jahrzehnten intuitiv Invitation-Marketing* – wie ich es nenne.
Ich habe Interessent*innen kennengelernt – gute Gespräche geführt – erklärt, was ich tue, wie es hilft. Dann entscheiden sie.
Manchmal ist es ein „Nein“.
Manchmal ein „Noch nicht“.
Manchmal ein klares „JA!“ und der Beginn von was richtig Gutem.
Alle diese Ergebnisse waren besser, als jemanden zu einem Ja zu drängen, für das er noch nicht bereit war.
Das „Ja“, das aus falschen Gründen gegeben wird, führt später zu Kopfschmerzen, Kündigungen, schlechten Reviews.
Irgendwann prasselte es dann von allen Seiten auf mich ein – Deine Postsmüssen verkaufen – deine Webseite muss verkaufen – deine Call müssen verkaufen – deine Funnel müssen verkaufen.
Über allem prangte in fetter Lettern SALE – SALE -SALE.
Hab ich mir angeschaut – passt nicht zu meiner Einstellung und nicht zu meiner Haltung.
Vergiß den ganzen Blödsinn!
Wenn du Verkaufsgespräche fürchtest.
Wenn du zusammenzuckst, wenn du deine Marketingtexte schreibst.
Wenn du Menschen anziehst, die nicht zu dir passen.
Echt: Hör auf zu verkaufen. Lad ein.
Und dann lass sie entscheiden.
Das funktioniert. In jeder Wirtschaftslage.
Aber besonders jetzt, wo Menschen nervös sind, Geld auszugeben oft schwer fällt und sie vor aufdringlichen Verkäufer*innen davonlaufen.
Was hinter Inviting-Marketing* wirklich steckt
Das Gundprinzip dahinter ist nicht ganz neu. Der Begriff nicht etabliert ich nutze ihn
Seth Godin hat es vor über zwanzig Jahren in seinem Buch Permission Marketing beschrieben: Marketing, das auf Zustimmung basiert.
War schon ein spannender Leitfaden für Menschen wie mich.
Später kamen Konzepte wie Ethical Marketing (Sarah Steenland, Chris Arnold) und Conscious Marketing (Carolyn Tate) dazu – alle mit demselben Anliegen: weg vom Manipulieren, hin zu Beziehung, Haltung, Vertrauen.
Und trotzdem fehlte mir etwas.
Denn selbst Zustimmung ist nicht dasselbe wie Einladung.
„Darf ich dir etwas zeigen?“ ist nicht das Gleiche wie
„Komm rein, fühl dich wohl, schau dich um, und wenn ich dir was zeigen darf sag Bescheid.
Die drei Prinzipien des Inviting-Marketing*
ist keine Methode, sondern als Haltung.
Es basiert auf drei einfachen Prinzipien:
Einladung statt Überredung.
Du schaffst einen Raum, in dem Menschen selbst entscheiden dürfen, ob sie bleiben wollen.Vertrauen statt Kontrolle.
Du lässt los, anstatt zu drücken. Du baust Beziehung auf, nicht Abhängigkeit.Verbindung statt Conversion.
Du verkaufst nicht, du ermöglichst Kauf.
Das ist kein weichgespültes „sei nett“-Marketing.
Es ist radikal ehrlich.
Weil du Menschen zutraust, selbst zu entscheiden.
Und weil du aufhörst, Jagd zu machen.
Ich bin Gastgeberin, keine Jägerin.
Und Du?
* Invitation Marketing – also einladendes Marketing – ist (noch) kein etablierter Begriff.
Ich verwende ihn, weil er beschreibt, was mir in der Kommunikation wichtig ist:
Menschen einzuladen, statt sie zu überzeugen.
Kein Druck, kein Überreden, kein Funnel-Schachzug – sondern ehrliche Resonanz und Wahlfreiheit.

