onlinecoaching und sein ende

„Buy Now – The Shopping Conspiracy“

Hab ich gestern auf Netflix entdeckt.

Die Doku enthüllt die Tricks, wie Marken das Kaufverhalten befeuern und uns permanent zum Konsumieren animieren oder fast schon zwingen.

Bedarf schaffen, anstatt Bedürfnisse befriedigen.
Konsumenten belügen, wichtige Details vertuschen, psychologisches Nudging für ständigen Weiterkonsum.

Diese Mechanismen kenne ich.
Aber nicht aus der Plastiktonne –
sondern aus unserer Marketing-Bubble.

Menschen werden nicht als Menschen betrachtet,
sondern als Einheiten im Umsatzsystem.

Das Tragische ist, viele, die solche Systeme nutzen,
machen das nicht mal bewusst. Weil sie Marketing nicht wirklich kennen, weil heute jede*r Marketing macht, ohne echtes Wissen dazu zu haben.
Das ist kein Vorwurf.
Es wird ihnen so beigebracht, als Marketing und zugedeckt mit dem Mäntelchen des Vertrauensaufbaus.

Aber strukturell ist es exakt das, was die Doku offenlegt.

Mit einem Endverbraucher, der glaubt, er treffe freie Entscheidungen, während er eigentlich nur durch die nächste Stufe der Pipeline geschoben wird.

„Was man uns erzählt“ vs. „was wirklich passiert“ ist in beiden Welten identisch.

Die Plastikwirtschaft nennt es „Recyclingkette“.
Die Coaching-Bubble nennt es „Customer Journey“.

Diese Strategien sind keine Ausnahmen – das ist System.

Das ist ein System, dass für mich so nicht passt. Deswegen mache ich Marketing gegen den Strom.
Ich lasse mich nicht dirigieren und ich mache es mit meinen Kund*innen auch nicht.

Ich will nicht Teil eines Systems sein, das Menschen mit falschen Versprechungen lockt, sie ruhig stellt, während es nur an ihnen verdient.


Wer heute glaubt, mit 08/15-Onlinekursen ein Business für die Zukunft zu bauen, irrt sich grundlegend.
Davon bin ich überzeugt.

Weil das Modell selbst marode ist – wie Fast Fashion, kurzlebig, überfüllt, austauschbar.
Ein Businessmodell, das darauf basiert,
dass 90 % der Käufer den Inhalt nicht nutzen (und ja dazu gibt es Statistiken)

Hunderttausende Kurse auf verschiedenen Plattformen generieren kaum Verkäufe – aber jede Plattform muss sie hosten, speichern, sichern, cachen, stream-fähig machen.

Das kostet: Rechenleistung, Speicherplatz, Energie.
Unverkaufte Kurse ist digitaler Abfall mit CO₂-Fußabdruck.



Wer Content herstellt wie Wegwerfmode, bekommt zudem Wegwerfaufmerksamkeit.
Und die Plattformen mit ihren manipulativen Algorithmen

Instagram, LinkedIn, TikTok, YouTube – sie alle leben nicht von deinem Umsatz.
Sie leben von:

  • Verweildauer
  • Scroll-Zeit
  • Werbeanzeigen
  • Aufmerksamkeit
  • Interaktionen
  • Datenvolumen
  • Aktivität

Je mehr du postest, desto mehr Futter haben sie.
Desto mehr kannst du für sie leisten.

Du bist nicht Kunde.
Du bist Ressource.
Du befüllst ihre Maschine – nicht deine.